Ausstellung im Lavoir Vasserot - Kontrast & Gleichgewicht bis Saint-Tropez (Var, France)
Kulturell ( Ausstellung )Von Freitag 05 bis Dienstag 09 Juni 2026 von 10h bis 21h
Der Keramiker Luc Rousseau hinterfragt die Grenze zwischen formbarem Rohmaterial und festem Terrakotta.
Textur und Form bewahren die Spuren der Geste, die sie geformt hat.
Jede Skulptur, die sich in einem instabilen Gleichgewicht befindet, scheint auf Leben zu warten.
Raum und Materie: eine Spannung im Herzen des Prozesses.
Der belgische Keramiker Luc Rousseau lädt uns ein, eine Welt der Kontraste und des Gleichgewichts zu erkunden.
Seine Werke spielen mit Gegensätzen: rohes und poliertes Material, glatte und strukturierte Oberflächen. Die Erde wird mit Reliefs bedruckt oder gewebt.
Jedes Stück setzt Fülle und Leere in Spannung zueinander. Volumen verschachteln sich und schaffen bearbeitete Zwischenräume, die den Betrachter einladen, sich zu nähern, zu beobachten, sich von den Details gefangen nehmen zu lassen, um sich schließlich der Bedeutung des leeren Raums im Herzen der Skulptur bewusst zu werden.
Es ist ein zweistufiger Weg: zuerst die Form als Ganzes erfassen, dann in die Details eintauchen, die Texturen, Risse und Vertiefungen erforschen. Dieses Hin und Her des Blicks erinnert an die Funktionsweise eines Mechanismus: ein Wechselspiel zwischen Stabilität und Ungleichgewicht, eine latente Dynamik, die eine Bewegung vorwegnimmt. Die Erkundung wird so zu einem Dialog mit dem Objekt, einem stillen Warten vor dem Impuls.
Bewegung und Gleichgewicht
Luc Rousseau hinterfragt die Grenze zwischen dem Unbeweglichen und dem Belebten, dem Leblosen und dem Lebendigen. Seine kontrastreichen Oberflächen, erodierte Ränder, sind Zeichen einer laufenden Transformation. Jeder Riss wird zu einem Übergang zwischen einem Vorher und einem Nachher, zu einer in die Materie gemeißelten Geschichte.
Diese Faszination für latente Bewegung kommt besonders in seinen jüngsten Kreationen zum Ausdruck, die von Motornocken inspiriert sind. Die Nocke wandelt eine Drehbewegung in eine rhythmische Schwingung um und verleiht der Maschine ein gleichmäßiges Schlagen. Dieses mechanische Prinzip passt Luc Rousseau an seine Volumen an: Seine Skulpturen scheinen sich in einem instabilen Gleichgewicht zu befinden, bereit zu schwingen, als wären sie kurz vor dem Umkippen aufgehängt.
Die Illusion der Bewegung ist umso verblüffender, als Terrakotta ihrem Wesen nach ein erstarrtes Material ist.
Die Illusion der eingefrorenen Zeit
Die Unbeweglichkeit ist nur scheinbar. Eine unvollendete Form trägt bereits das Versprechen einer zukünftigen Bewegung in sich.
Die Arbeit von Luc Rousseau hinterfragt unsere Wahrnehmung von Zeit und Veränderung. Seine Skulpturen laden zu einer aktiven Betrachtung ein, bei der der Blick zwischen dem, was sichtbar ist, und dem, was sich erahnen lässt, hin und her schwankt.
Rates
Eintritt frei.
83990 Saint-Tropez